Allgemeines
Quelle: Deutsche Flugsicherung GmbH
Die Anzahl der Flugbewegungen nimmt seit vielen Jahren stetig zu, sodass der deutsche Luftraum zu einem der meistbeflogenen der Welt geworden ist.
Damit jedes Flugzeug sicher an sein Ziel gelangt, ist ständige Überwachung und Kontrolle des Luftverkehrs notwenig. Diese Aufgabe wird von der Deutschen Flugsicherung GmbH mit Sitz in Langen bei Frankfurt am Main durchgeführt. Die DFS ist allerdings für ein viel breiteres Aufgabenspektrum verantwortlich. So fallen u.a. die Wartung der Flugfunknavigationseinrichtungen und das Kartographieren des Luftraums in ihren Aufgabenbereich.
Beim "Führen" der Flugzeuge durch den Luftraum, prallen zwei Grundlegende Interessen aufeinander: Die Wirtschaftlichkeit (kurze Zeiten, kurze Wege) und die Sicherheit (u.a. Einhalten von Mindestabständen). Der Lotse hat diese beiden Interessen unter einen "Hut" zu bringen und avanciert zum Manager der Lüfte. Er muss somit das Flugzeug möglichst schnell und sicher durch seinen Luftraum bringen und sich dabei stets mit den Nachbarsektoren absprechen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Damit sind natürlich Anforderungen wie Teamfähigkeit und höchste Konzentrationsfähigkeit verbunden. Auch darf die Kommunikation in englischer Sprache mit Piloten aus aller Welt kein Problem für ihn darstellen.
Die Towerlotsen
Die sogenannten Towerlotsen überwachen den Verkehr auf dem und in der Nähe des Flughafens. Sie sitzen in den Kontrolltürmen an den folgenden 16 deutschen Verkehrsflughäfen:
| EDDB - Berlin-Schönefeld | EDDG - Münster/Osnabrück | EDDM - München | EDDS - Stuttgart |
| EDDC - Dresden | EDDH - Hamburg | EDDN - Nürnberg | EDDT - Tegel |
| EDDE - Erfurt | EDDK - Köln/Bonn | EDDP - Leipzig/Halle | EDDV - Hannover |
| EDDF - Frankfurt/Main | EDDL - Düsseldorf | EDDR - Saarbrücken | EDDW - Bremen |
Manche von ihnen sind nur für den Bereich der Pisten und für den Luftraum um den Flughafen zuständig und erteilen die Start-, und Landefreigabe für den an- und abfliegenden Verkehr. Andere Towerlotsen koordinieren die Rollbewegungen auf den Rollflächen wie Rollwege und Vorfelder. Die Lotsen im Kontrollturm haben meist Sichtkontakt zu den Flugzeugen und können mit ihnen über Sprechfunk und Lichtsignale kommunizieren.
Auf kleineren Flughäfen kann es da allerdings auch vorkommen, dass ein Lotse die Schicht, aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens, ohne einen weiteren Kollegen "überstehen" muss.
Die Centerlotsen
Quelle: Deutsche Flugsicherung GmbH
Sie sitzen in den Kontrollzentralen der Flugsicherung in Bremen, Langen, Karlsruhe, München und Maastricht. Dort koordinieren sie, ohne Sicht nach draußen, den Verkehr in ihrem Sektor in einem Team von zwei Lotsen. Einer der beiden, der Radarlotse, steht in Verbindung mit den Flugzeugen, der andere, der Koordinationslotse, in Verbindung mit den anrgrenzenden Sektoren. Seit der Einführung des Paperless Strip System (Wegfall der altbekannten Papierstreifen mit Informationen über den jeweiligen Flug), wird die gesamte Arbeit eines Centerlotsen mithilfe von Rechnern durchgeführt. Die Daten über die Position der Luftfahrzeuge gelangen von Radaranlagen in ganz Deutschland zu den entsprechenden Kontrollzentralen. Dort bilden sie die Arbeitsgrundlage des Centerlotsen.
Der Luftraum wurde aufgrund des hohen Aufkommens, insbesondere des Transitverkehrs über Deutschland in einen oberen und einen unteren Luftraum eingeteilt. Der obere Luftraum wird vom Upper Area Control Center (UAC) in Karlsruhe und vom UAC im niederländischen Maastricht aus kontrolliert. In Maastricht sitzt die Eurocontrol, die einen großen Teil des oberen Luftraums länderübergreifend überwacht.
Des Weiteren sitzen in den Centern der Flugsicherung die FIS-Lotsen. Der FIS (Flight Information Service) ist ein Dienst, der insbesondere für den Verkehr nach Sichtflugregeln (VFR) gedacht ist. Der VFR-Pilot kann sich jederzeit auf den FIS-Lotsen verlassen und wichtige Informationen wie Wetter, Verkehr und Statusmeldungen über Lufträume erfragen.
Die Ausbildung
Die Ausbildung findet in der Akademie für Flugsicherung in Langen statt. Dort wird die Ausbildung mit Theorieunterricht begonnen. Nach der Ausbildung im Simulator gelangt man zum "on the job"-Training.
In der Ausbildung zum Centerlotsen dauert der Theorieunterricht ca. 16 Monate und die praktische Ausbildung zwölf bis 18 Monate.
Als Towerlotse ist man ca. 13 Monate mit der Theorie und acht bis 15 Monate mit der Praxis beschäftigt.
Das Gehalt
Die Ausbildung wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Man erhält die Lizenzen für den eigenen Sektor und das Gehalt erhöt sich im Center von rund 800€ im Monat auf rund 2400€.
Das Gehalt eines Towerlotsen ist stark abhängig von seiner Position (je größer der Arbeitsaufwand, desto höher das Gehalt).
Voraussetzungen
Die Voraussetzungen sind vielfältigt. Im DLR (Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt) muss der Bewerber sein Können und seinen Charakter einem Test, ähnlich dem der Lufthansa, unter Beweis stellen.
Der Bewerber muss (im Folgenden Quelle DFS siehe unten)
- das Abitur (Allgemeine Hochschulreife) besitzen,
- höchstens 24 Jahre alt sein,
- sicher im Umgang mit der englischen Sprache sein (Englisch bis zum Abitur als Grund- oder Leistungskurs oder Nachweis über einen intensiven Sprachkurs mit mindestens zweimonatigem Auslandsaufenthalt in einem englischsprachigen Land)
- ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen, ein gutes Gedächtnis, ein überdurchschnittliches Konzentrationsvermögen besitzen,
- teamfähig, belastbar sein,
- an Technik interessiert sein,
- hohes Verantwortugsbewusstsein besitzen
- einer Zuverlässigkeitsüberprüfung (ZÜP) einwilligen und
- bereit sein, im Schichtdienst zu arbeiten.
Es muss ein fliegerärztlicher Tauglichkeitstest bestanden werden. Hier müssen u.a. 100% Sehkraft vorhanden sein. Die Korrektur der Sehkraft darf höchstens +/- 5 Dioptrien betragen.
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Weitere Informationen: www.dfs.de
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